Sonntag, 11. März 2012

Vietnam


Von Phnom Penh nahmen wir den Bus nach Ho Chi Minh City (Saigon). Zuerst wollten wir mit Schiffen durch das Mekongdelta bis nach Ho Chi Minh gelangen, doch fuer dieses Abenteuer waren wir einfach zu reisemuede. Die Reise wuerde mit Boot ca. 3 Tage dauern, was man mit dem Bus in 6 Stunden schafft. Der Grenzuebergang von Kambodscha nach Vietnam war voll easy.

In Saigon nahmen wir ein gemuetliches Zimmer in einem etwas besseren Hotel. Wir hatten genug von Backpacker-Absteigen. Am Abend spazierten wir durch eine der vielen Parkanlagen und schauten den Leuten zu, die ihren Freizeitbeschaeftigungen nachgehen. Da gibt es Badmingtonspielende, Gruppen die Gymnastik machten, Tanzkurse, Skateboarder, Leute die Musikinstrumente lernten, Jogger, Picknicker, Kartenspieler, uvm. Es ist unglaublich mit welcher Selbstverstaendlichkeit und Toleranz die Leute (alt und jung) den oeffentlichen Raum in Beschlag nehmen.
Am naechsten Tag besuchten wir als erstes das Museum of Ho Chi Minh City. Das Museum war leider etwas unuebersichtlich gestaltet. Wir wurden aber sowieso bald einmal abgelenkt von mehreren Hochzeitspaaren, die hier ein Fotoshooting hatten. Nachdem wir uns genug am Rumgezicke der Braeute amuesiert hatten, ging es weiter Richtug Independence Palast. Dort schlossen wir uns einer Hausfuehrung an. Der junge Vietnamese probierte moeglichst lustig zu sein, was ihm auch ab und zu gelang. Danach gingen wir noch ins War Remants Museum. Im Innenhof befanden sich verschiedene Flugzeuge, Helikopter und Panzer aus dem Vietnamkrieg. Interessant war auch die Fotoausstellung, in der verschiedene Fotografen ihre Bilder vom Vietnamkrieg zeigten. Krass war auch der Museumsteil, indem es um die Agent Orange Opfer ging. Durch diese chemische Waffen wurden Tausende Leute umgebracht und missgebildete Kinder geboren.
Am Tag darauf besuchten wir das China Town. Dort schauten wir uns ein paar schoene alte chinesische Tempel an. Am Abend genossen wir dann noch eine Vorstellung des Wasserpuppen Theaters. Das ist ziemlich lustig und bietet sogar Action. Es werden Geschichten erzaelt vom Alltag der Bauern. Dazu wird traditionelle Musik gespielt und gesungen. Die Vorstellung hat uns gut gefallen.
Am naechsten Tag schlossen wir uns einer Tagestour zu den Cu Chi Tunnels an. Doch zuerst fuhren wir zu einem Tempel irgend so einer schraegen Religion, welche das Christentum, den Buddismus, den Hinduismus und sicher noch ein paar andere Religionen vereint. Das Ganze war ein totaler Reinfall. Das Gebaeude war ziemlich kitschig und billig verziert. Dazu wohnten wir noch einer Art Messe bei, welche wir von der Besuchertribuene fotografieren durften. Anita und ich waren bald wieder an der frischen Luft. Danach besuchten wir wie gesagt die Cu Chi Tunnels. Viel ist davon nicht mehr erhalten. Waehrend des Vietnamkrieges haben die Vietkong Tunnelsysteme gebaut, um die Amerikaner aus dem Hinterhalt angreifen zu koennen und natuerlich, um sich vor Angriffen zu schuetzen. Das Ganze ist nun eine Touristenanlage in einem Wald verteilt. Man kann nachgebaute Fallen fotografieren, sieht einen alten Panzer, darf auch mal durch einen nachgebauten Tunnel hindurchlaufen und wer moechte, darf in der Shooting Range dann noch ein wenig Blei durch die Gegend schleudern.
Nach Ho Chi Minh City nahmen wir den Bus nach Nha Trang. Die Fahrt dauerte ca. 10 Stunden. Nha Trang liegt am Meer und ist ziemlich beliebt als Party Ort. Wir hatten ein gemuetliches Hotel. Leider war das Meer nicht so sauber. Ich verbrachte 3 Tage im Bett mit Bauchkraempfen und Fieber. Wahrscheinlich hatte ich irgend etwas aufgelesen. Anita musste sich somit alleine am Strand sonnen.
Als es mir etwas besser ging, fuhren wir weiter nach Hoi An. Das waren wieder 10 Stunden mit dem Bus. Hoi An hat eine schoene Altstadt. Alles dreht sich um Kleidung. Hier kann man an jeder Ecke Kleider naehen lassen. Anita liess sich fuer 40 Franken einen Mantel massschneidern. Hoi An hat auch einen schoenen Strand. Hier ist das Wasser schoen sauber. Jedoch war das Wasser schon ziemlich kaelter als im Sueden von Vietnam.
Danach fuhren wir weiter nach Hue. Diese Fahrt dauerte "nur" 4 Stunden. Als wir aus dem Bus ausstiegen wurden wir, wie ueberall auf unserer Reise, belagert von Taxifahrern, welche uns in das billigste und beste Hotel fahren wollten. Wir wollten aber nicht das Billigste. Wir sind ziemlich reisemuede und haben keine Lust mehr auf Backpacker-Absteigen und Zimmer, welche sosolala sind. Wir laufen durch die Strassen und schauen nach einem guten Hotel. Da sehen wir das Imperial Hotel *****.  Wir latschen mit unseren stinkenden Rucksaeken in die Lobby. Wir fragen, ob sie noch ein Zimmer frei haetten. Die Dame an der Rezeption zeigte uns das Zimmer. Es kostet 110 Franken die Nacht. Wir druekten etwas den Preis und bekamen das Zimmer schlussendlich fuer 85 Franken. Das Zimmer hatte ein riesiges Panorama Fenster mit Blick ueber Hue. Dazu gab es noch einen Pool und ein super Fruehstuecks Buffet. In Hue besuchten wir die alte Kaiser Stadt. Jedoch die meiste Zeit genossen wir unser Hotelzimmer, den Pool, das Gym und den Spa.
Nach Hue nehmen wir die letzte Busfahrt unserer Reise in Angriff. 13 Stunden dauerte die Nachtfahrt nach Hanoi, der Hauptstadt von Vietnam. Auch hier bezogen wir ein etwas besseres Hotel. In Hanoi trafen wir uns mit Marcel, dem Bruder von Kawi (siehe Kuala Lumpur). Er arbeitet und wohnt hier in Hanoi zusammen mit seiner Frau Mingua. Marcel arbeitet im Press Club als Kuechenchef. Dort genossen wir auch ein wunderbares Abendessen. Hanoi ist eine ziemlich laute Stadt mit engen Gassen und vielen Motorraedern. Wir besuchten u.a das Ho Chi Minh Mausoleum und das Frauen Museum, welches sehr informatif und gut gemacht ist. Danach gingen wir fuer zwei Tage auf die Emeraude. Auf dem Schiff bezogen wir eine wunderschoene Suite und genossen die Fahrt durch die wunderschoene Halong Bay. Wir besuchten eine imposante Tropfsteinhoehle. Und am Abend sorgte eine lustige 2-Man Band fuer ein wenig Rock n' Roll auf dem Schiff. Leider hat das Wetter nicht so mitgespielt. Es hat die meiste Zeit genieselt und war unangenem frisch. Jedoch genossen wir um so mehr das feine Essen und den guten Service auf dem Schiff. Als Abschluss luden uns Marcel und Mingua zu sich Nachhause zum Essen ein. Es gab feines chinesisches Essen und feinster Wein. Wir hatten eine wunderbare Zeit in Hanoi und bedanken uns sehr herzlich bei Marcel und Mingua fuer die Gastfreundschaft.

Nun fliegen wir morgen zurueck nach Bangkok. Dort haben wir noch ein paar Tage Zeit fuer feinste Thai Curries, Shopping und Chang. Danach geht es zurueck in die Schweiz. Somit schliessen wir hier unsere Berichterstattung. Wir hoffen, euch haben unsere Geschichten gefallen und freuen uns, euch zuhause wieder zu sehen.

Bis bald

Anita & Tobi

Dienstag, 28. Februar 2012

Kambodscha - Phnom Penh


Palast von Phnom Penh
Baby-Diver's erste schritte unter Wasser
Nachdem wir Laura & Simona in Phnom Penh wieder getroffen hatten, fuhren wir ans Meer. Genauer nach Sihanoukville. Es ist nicht gerade der schoenste Ort fuer Strandferien. Zuviele doofe Touris und unorginelle Bars. Simona wollte das PADI (Tauchbrevet) machen. Anita & Laura mussten nur ein kleinen Auffrischungskurs machen. Sie hatten das PADI vor vier Jahren in Thailand gemacht. Ich wollte zuerst einmal tauchen, um zu sehen wie es mir gefaellt. So organisierten wir fuer 2 Tage ein Tauchboot mit Uebernachtung auf dem Deck. Das Boot war voll gemuetlich. Wir vier zusammen mit einem Finnlaender und einem sibirischen Baeren und einem Franzosen, der extrem Terence Hill glich. Ich als Babytaucher schloss mich Simona und Fabrice, dem franzoesischen Tauchlehrer, an. Anita & Laura bildeten ein Paar und tauchten mit Jaakko & Dimitri, dem russischen Tauchlehrer. Die Stimmung war voll gemuetlich und die Tauchgaenge extrem schoen. Anita & Laura durften sogar einen Nachttauchgang machen. Sie sprangen mit grossen Taschenlampen bewaffnet ins dunkle Nass. Es waren zwei super Tage mit vielen Fischen und Meerestieren - im Wasser aber auch auf dem Teller :)
Sunset auf dem Tauchboot

Laura am Chillen
 Nach dem Tauchen in Sihanoukville fuhren wir weiter der Kueste entlang nach Kep. Dieser Kuestenort ist viel gemuetlicher und ruhiger als Sihanoukville. Den Tipp hatten wir von Eileen, die wir in Singapur kennengelernt hatten. In Kep hatten wir ein Bungalow im Jasmine Valley reserviert. Die Anlage ist extrem schoen und liegt ca. 2km vom Strand inmitten einem Urwald. Von dort unternahmen wir eine schoene Wanderung und liessen die Seele baumeln. Wir machten auch einen Ausflug zur Rabbit-Island. Diese kleine Insel ich ein kleines Juwel. Nur 20 Minuten mit einem kleinen Boot braucht man, um auf die Insel zu gelangen. Dort hat es einen schoenen Strand und das Meer ist glasklar. Nachdem wir genug in Kep gefaulenzt und Krabben gegessen hatten, fuhren wir zurueck in die Hauptstadt Phnom Penh. Dort mussten wir uns dann auch schon von Laura & Simona verabschieden. Denn sie mussten schon bald von Bangkok zurueckfliegen.




Anita & ich blieben in Phnom Penh. Wir mussten hier unser Visum fur Vietnam organisieren. In der Hauptstadt besuchten wir auch die schreklichen Schauplaetze, welche die Roten Khmer hinterlassen hatten. Wir besichtigten das beruehmte "Sicherheitsgefaengniss 21" oder Tuol Sleng genannt, in welchem 15'000-30'000 Leute auf graessliche weise gefoltert und umgebracht wurden.

Killing Fields

Vielleicht kurz zur Geschichte von der Roten Khmer: Die maoistisch-nationalistische-Guerillabewegung kam 1975, unter der Fuehrung von Pol Pot, an die Macht. Wobei die Parteispitze sich komischerweise nie wirklich zu erkennen gab. Die Idee von Pol Pot war es ein Bauernstaat zu errichten, in dem es keine Elite oder Intellektuelle gab. Das Ganze ging so weit, dass es genuegte eine Brille zu tragen oder ein Buch zu lesen, um umgebracht zu werden. Pol Pot und seine Anhaenger wurden laenger je paranoider. So wurden immer mehr Leute verdaechtigt, gegen die Bewegung zu sein und eben in solche Gefaengnisse gesteckt wie das "Sicherheitsgefaengniss 21" oder sie wurden direkt auf dem Feld erschossen, um die anderen einzuschuechtern. Die Leute aus der Stadt wurden aufs Land deportiert. Alle mussten in Einheitskleidung auf den Feldern arbeiten. Es gab 12 Stunden Schichten und kaum zu Essen. So wurde Phnom Penh zu einer Geisterstadt. Der Westen schaute dem Ganzen ziemlich teilnahmslos zu. Erst 1978 marchierten vietnamesische Truppen in Kambodscha ein und befreiten diese von der Schreckensherrschaft. Man schaetzt, dass die Rote Khmer zwischen 2-3 Millionen Menschen umgebracht haben.
Das "Sicherheitsgefaengniss 21" ist ein extrem schockierendes Zeitdokument. Wenn man die Raeume dieses ehemaligen Schulhauses betritt, sieht man Blutflecken auf dem Boden und brutalste Fotos, welche gefolterte und misshandelte Menschen zeigt. Danach besuchten wie die Killing Fields. Wer nicht an der Folter starb wurde hinaus aufs Feld gefahren und dort, um Munition zu sparen, erschlagen. In ganz Kambodscha wurden bis heute ueber 300 solcher Massengraeber gefunden. Wenn man durch die Anlage spaziert und aus extrem guten Audio-Guide den Tatsachenberichten lauscht, muss man sich fragen, zu was wir Menschen faehig sind. Wenn man genau hinschaut entdeckt man auf dem Feld noch menschliche Knochen und Kleiderfetzen, die vom Regen freigelegt werden. Die unglaubliche Brutalitaet fand ihren Hoehepunkt an einem Baum. Dort wurden die Saeuglinge erschlagen.
Das Krasseste am Ganzen ist aber, dass es so etwas heute auf der Welt noch gibt, und sehr wahrscheinlich immer wieder geben wird. Wir muessen die Augen und Ohren offen halten und mit dem Finger darauf zeigen, wo Hass und Angst regiert.

Freitag, 24. Februar 2012

Kambodscha - Ankor


Nachdem wir uns von Paul, Oey und der ganzen Familie verabschiedet hatten, gingen wir ueber einen Umweg ueber Sukothai zurueck nach Bangkok. Dort trafen wir dann Laura & Simona. Simona ist eine Studienkollegin von Laura. Zu viert machten wir uns auf den Weg nach Kambodscha. 
Eingang zu Ankor Thom
Unsere erste Station war Siem Reap. Diese Stadt liegt direkt neben Ankor. Dies ist ein weitlaeufiges Gebiet, welches vom 9. bis zum 15. Jahrhundert das Zentrum des historischen Khmer-Königreiches war. Am ersten Tag mieteten wir Mountainbikes und machten uns auf den Weg zum beruehmten Ankor Wat. Dies ist eine riesige Thempelanlage aus dem 10. Jahrhundert und noch sehr gut erhalten. Der Eingang fuehrt ueber einen Damm. Die ganze Anlage ist umgeben von Wasser. Im Inneren kann man die Baukunst bewundern. Die Gebaeude sind aus grossen Sandsteinen zusammengebaut. Ueberall sind die Waende und Saeulen kunstvoll verziert. Ankor Wat ist uebrigens auch auf der Flagge von Kambodscha zu sehen. Den Sonnenuntergang genossen wir auf einem anderen Tempelberg nicht weit von Ankor Wat entfernt. Am Abend gab es in der Jasmine Loge noch eine Ueberaschung. Laura & Mike aus London sind angereist. Das Paerchen, welches wir in Goa kennengelernt haben und mit denen wir zusammen in Kerala mit einem Hausboot durch die Backwaters zogen. Welch ein Zufall!
Ankor Wat
So waren wir am naechsten Tag zu sechst mit den Mountainbikes unterwegs. Wir besuchten Ankor Thom, die grosse Hauptstadt. Der Eingang in die Stadt bildet eine Bruecke die von Riesen bewacht wird. Am Eingang steht das Tor, in dem man sehr gut noch ein riesen Gesicht erkennen kann. Ist man im Inneren der Stadtmauer, radelt man gut noch 1-2 Kilometer bis ins Zentrum durch einen schoenen Wald. Das Zentrum bildet Bayon. Diese unwirklich erscheinende Anlage besteht aus vielen Tuermen und grossen Gesichtern. Man kann mehrere Ebenen betreten. Die Unterste ist ein wirkliches Labyrint aus Mauern, Saeulen und Raeumen. Dort trifft man fast keine Besucher an. Geht man dann ueber eine steile Treppe einen Stock hinauf ist man auf Augenhoehe mit den riesigen Gesichtern, die einem aus Stein gehauen anlaecheln. Gleich hinter Bayon ist der Tempelberg Baphuon. Dieser ist pyramidenfoermig angelegt. Leider hat die Statik den architektonischen Anforderungen der Khmer nicht standgehalten und ist zusammengestuerzt. Troztem ist die Anlage 24 Meter hoch und man hat einen schoenen Ausblick von dort oben. Danach brauchten wir eine Staerkung. Das beste und erfrischenste Getraenk ist eine frische Kokusnuss. Danach ging es weiter zur Elefanten-Terasse. Den Namen traegt sie, weil sie von unzaeligen in Stein geschlagenen Elefanten getragen wird. Dahinter befindet sich der Tempel Phimeanakas. Auf allen vier Seiten fuehrt eine steile Treppe auf die12 Meter hohe Tempelpyramide. Ihr seht, hier gibt es viel zu sehen. Und an diesen zwei Tagen haben wir erst einen Bruchteil von Ankor bewundert.
Girls feeding hungry fish
 Nach zwei Tagen auf dem Bike brauchten wir einen Tag zur Entspannung. Anita & Simona goennten sich eine 4-Hand Massage. Wobei ich mir eine MassoerIn mit vier Haenden schwer vorstellen kann, soll es sehr gut gewesen sein. Lustiger war es aber, unsere Stinkefuesse in ein Fischspa zu stecken. Die Fische fressen dann die tote (manchmal auch halbtote) Haut von den Fuessen. Dazu bekommt man noch ein kuehles Bier (oder ein Cola). Wir hatten einen riesen Spass, da dies kitzelt wie bloed. Eine Familie von Norwegen fand auch Gefallen daran. Sie steckten (zwangen) kurzerhand die Kids in den Fishpool und genossen daneben die "Freibiere". Das ging so lange gut, bis der Aelteste von ihnen das Schild entdeckte "free Coke". Der Vater quitierte die Entdeckung der Jungen mit einem wohltuhenden Ruelpser. Ich dachte nur, zum Glueck haben die nur 3 Kinder.
Ta Prohm
 Am naechsten Tag zogen wir nur zu viert los. Laura & Simona sind schon weiter nach Phnom Penh gefahren. Wir werden sie dann in ein paar Tagen dort wieder treffen. Diesmal nahmen wir ein Tuk-Tuk. Mike & Laura hatten von einem anderen Reisenden eine Nummer fuer einen guten Fahrer bekommen. Sein Nahme ist Ramo und er faehrt uns zu den Ruinen welche etwas weiter enfernt sind. Ein Highlight war sicher Ta Prohm. Diese weitlaufige Tempelanlage besticht neben dem schoenen Khmer Baustil vorallem durch die Natur. Riesige alte Baeume ueberwucherten mit den Jahren die Mauern. Die Wurzeln sehen aus wie weicher Wachs, welcher ueber den Tempel gegossen wurde. Welch ein Anblick! Danach ging es weiter nach Kreah Khan. Auch diese Anlage ist sehr gross und von Baeumen ueberwachsen. Das ganze ist ziemlich surreal. Den Sonnenuntergang genossen wir bei den Ruinen von Pre Rap, einem weiteren schoenen Tempelberg. Am naechsten Tag fuhren wir mit Ramo zum zwei Stunden entfernten Beng Mealea Tempel. Die lange Fahrt war ziemlich gemuetlich und die Landschaft aeusserst reizvoll. Wir fuhren vorbei an schoenen Doerfern und Feldern. Beng Mealea hat uns dann wirklich umgehauen. Um die Anlage anzuschauen, klettert man einfach ueber die zerfallenen Mauern und schluepft durch kleine Loecher ins Innere. Die ganze Anlage ist von Baeumen ueberwachsen und total magisch. Am Schluss umrundeten wir noch die Anlage und beobachteten Kinder, wie sie hoch in den Baeumen Nuesse sammelten. Danach fuhren wir weiter zu einem Fischerdorf. Ramo fuhr uns zu einer Stelle, an der man auf ein Boot wechselte. Unser Kapitaen, ein 15 Jahre alter Junge, hatte das Boot voll im Griff und manoevrierte uns gekonnt durch das Dorf. Das ganze sieht eher aus wie eine Filmkulisse. Aber die Leute leben und arbeiten wirklich dort. Die Haeuser stehen auf ca. 4-5 Meter hohen Stelzen. Will man von einem Haus zum naechsten, muss man das Boot nehmen. Die Leute kochen, schweissen oder schlafen auf den Booten. Waehrend der Regenzeit muss hier der Wasserspiegel extrem ansteigen. Die Fahrt durch das Dorf war schon sehr spannend.
Am Abend mussten wir uns dann leider von Laura & Mike verabschieden. Sie fuhren weiter in Richtung Bangkok, wo sie schon bald den Heimflug antreten. Wir nahmen den Bus nach Phnom Penh, die Hauptstadt von Kambodscha, wo wir wieder auf Laura & Simona trafen.
Bayon




Freitag, 17. Februar 2012

Thailand - Noon Saat


Nachdem wir im Sueden von Thailand genug von Sonne und Strand hatten, machten wir uns auf den Weg zu Oey und Paul. Die Reise dauerte ziemlich lange. Zuerst ueber Nacht nach Bangkok und von dort direkt weiter nach Udon Thani im Nordosten. Dort holten uns Oey und Paul mit dem Pick-Up ab. Die Fahrt zum Dorf, indem sie leben, dauerte nochmals 2 Stunden. Wir wurden freundlich in der Familie aufgenommen. 
Im Haus der Eltern von Oey leben zur Zeit 7 Leute. Das waeren die Eltern, die Schwester von Oey mit zwei Kindern und Oey & Paul. Das Haus ist einfach und zweckmaessig eingerichtet. Gekocht wird draussen unter dem Vordach. Es gibt einen Gasherd und eine Feuerstelle. Es hat nicht wirklich Zimmer, sondern eher Nieschen, welche mit Schraenken oder Tuechern abgetrennt werden. So hat jeder sein "Zimmer" und genuegend Privatsphaere. Gegessen wird, wo es gerade passt. Es werden Bastmatten ausgebreitet und dann wird das Essen serviert. Meistens wird aus mehreren Toepfen gegessen. Zum Beispiel geduenstetes oder rohes Gemuese (gesammelt oder aus dem Garten), Fisch (aus der Farm) mit Sauce und Reis (auch von der Farm). Der Reis ist fest und klebrig. Man nimmt etwas Reis in die Hand, drueckt und knetet ihn in einer Hand zu einem Klumpen und taucht den Klumpen in den Topf. Zur Unterhaltung gibt es noch einen Fernseher, welcher vorallem von der Jugend rege benutzt wird. Dazu kommt noch ein Rudel Hunde. Diese strolchen den ganzen Tag um das Haus und lassen sich nochsogerne streicheln.
Ein bischen ausserhalb dem Dorf befindet sich die Farm des Vaters. Die ganze Familie hilft mit, die Felder im Schuss zu halten. Die Farm besteht aus mehreren Reisfeldern, welche 2x im Jahr geerntet werden koennen. Dazu kommen noch Gummibaeume, Bananenbaeume, ein kleiner Garten und ein kleiner Tuempel, wo Fische gezuechtet werden. Praktisch alles, was die Farm her gibt, wird selber verwertet. Der Reisanbau lohnt sich finanziell fast nicht mehr. Jedoch machen die Leute in dieser Gegend gutes Geld mit Gummi. Diese Baeume werden im Abstand von ca. 5 Metern gepflanzt. Wenn der Stamm einen Durchmesser von ca..30cm hat, wird die Rinde angeritzt und der Gummi tropft ganz langsam in eine kleine Schale. Von Zeit zu Zeit wird ein Mittel in die Schale gegeben, damit sich der Kautschuck nicht verhaertet. Heute ist die Kautschuckgewinnung ein gutes Geschaeft und sehr wichtig fuer diese Gegend. Denn die Kautschuckpreise sind sehr hoch. Oey und Paul haben sich auch eine Gummifarm gekauft und werden das naechste Jahr das erste Mal ernten koennen.
Neben dem Elternhaus haben Oey und Paul angefangen ihr Haus zu bauen. Die Bodenplatte und die Stuezen sind schon fertigbetoniert. Paul hat einen Bautrupp aus dem Dorf engagiert. Sie haben per Handschlag eine Pauschale ausgehandelt fuer die Bodenplatte, die Stuetzen, die Riegel und die Mauern. Eines Morgens auf der Baustelle als Paul mit den Arbeitern den weiteren Verlauf diskutierte, behauptete der Chef der Bautruppe, dass die Mauern nicht in der Pauschale inbegriffen seien, obwohl Paul einen sehr fairen Preis fuer dies bezahlt hatte. Paul hat kurzerhand den Bautrupp zum Teufel geschickt.
Eines Morgens weckte uns Musik und eine Durchsage des Dorf-Praesidenten. Dies sei so ueblich. Wenn es etwas zu sagen gibt, wird es ueber die Lautsprecher verkuendet, welche im ganzen Dorf verteilt sind. Dabei kann es sich um verschiedene Sachen handeln. Beispielsweise, dass die RentnerInnen ihre Rente abholen koennen oder, dass heute alle aufgefordert werden, die Hauptstrasse zu flicken. In unserem Fall ging es um den hundertsten Todestag eines Moenches. Dies bedeutet nicht nur laute Musik am morgen sondern auch ein Fest am Abend. Es gab ein Konzert (Theater/Konzert/Show) indem ein aeusserst kurz berockter Ladyboy das halbe Dorf in den Bann riss.
Wir haben jedoch nicht nur viel vom Dorfleben mitbekommen, auch die Umgebung haben wir erkundet. Am Sonntag gab es am Mekong einen Laos Markt. Da kommen die Laoten mit dem Boot ueber den Fluss und verkaufen ihre Wahre. Zu finden gab es da u.a. lebende Froesche, tote Ratten aber auch Kleider, Messer, abstruseste "Medizin und schoene Orchideen. Wir besuchten auch den Skulpturenpark"in Nong Khai. Dort gab es riesige Skulpturen von Buddha und von hinduistsichen Gottheiten. Oey erklaerte uns das Kunstwerk "das Rad des Lebens" welches sich mit dem Prinzip der Wiedergeburt auseinandersetzt.
Am Abend gingen wir meistens in den Dorfladen ein paar Biere kaufen. Diese waren immer schnell weg. Denn neben den Eltern wohnt noch ein Bruder von Oey und noch weitere Verwandte. So ist immer ein Kommen und Gehen. Wenn da noch ein kuehles Bier geoeffnet wird, muss man nicht zweimal bitten. Wir haben die Zeit bei Oey und Paul sehr genossen. Wir haetten es nicht gedacht, dass uns die einfache Lebensweise der Leute so beeindrucken wird. Es sind jedoch die kleinen Dinge, die bei erstem Hinsehen vielleicht nicht so auffallen. So koennen diese Leute, wenn es nichts zu tun gibt, einfach nur so sein. Sie setzen sich irgendwo auf den Boden und fertig. Nicht so wie wir, die wir das Gefuehl haben, staendig etwas machen zu muessen, sei es lesen, sprechen oder was auch immer.
Wir bedanken uns auf diesem Wege nochmals bei Oey und Paul. Durch euch hatten wir die Chance ein authentisches und sehr ehrlich herzliches Thailand erleben zu koennen. Wir wuenschen euch alles Gute fuer die Zukunft und freuen uns schon darauf beim naechsten Besuch das Haus und den Garten zu bewundern.

Wir sind mittlerweile seit drei Wochen in Kambodscha und haben schon wieder sehr viel erlebt. Irgendwie kamen wir mit dem Schreiben dann auch nicht so voran. In zwei Tagen geht es dann weiter nach Vietnam.
Liebe Gruesse
Tobi und Anita

Montag, 30. Januar 2012

Thailand - Krabi Province

Wie bereits geschrieben nahmen wir den Bus von Penang nach Ko Lanta. Bei der Fahrt kam man sich vor wie ein Stueck Fracht. Zuerst fuhren wir mit einem Minibus von Penang ueber die Grenze bis nach Hat Yai. Die Formalitaeten bei der Grenze waren voll easy und wir bekamen wie erwartet ein 15 Tage Visum. In Hat Yai wurden wir bei einem Buero am Strassenrand rausgelassen. Wir sollen auf ein Tuck Tuck umsteigen. Dieses fuhr uns zu einem Busbahnhof. Dort hiess es, in den naechsten Mini Bus steigen. Man hat nie eine Ahnung wo man ist, wie lange man ungefaehr faehrt und wann es losgeht. Man wird einfach von einer "Hand" in die naechste weitergegeben; wie Frachtgut. Der Minibus fuhr dann zu einem naechsten Buero, wo wir dann 3 Stunden auf den naechsten Minibus warteten. Danach ging es weiter bis zu einem Schnellboat das einsam an einem Steg auf uns wartete. Nach ca. 1 Stunde kamen wir in Ko Lanta an. Dort wartete schon ein Tuck Tuck, das uns bis zum Resort fuhr.
Ko Lanta ist eine langgezogene Insel mit vielen Resorts und guten Tauchgebieten. Die erste Nacht verbrachten wir in einem eher langweiligen Resort. Dann zogen wir ins Baan Rao ein Bed & Breakfast welches von einer jungen Familie gefuehrt wird. Sie ist halb Inderin und halb Schwedin, aber in Frankreich aufgewachsen und er ist Thailaender. Sie haben vor 2 Jahren dieses Haus gebaut, welches etwas erhoeht auf einem Huegel steht. Zum Strand muss man ca. 15 Minuten laufen. Wir hatten ein hammer Zimmer. Es war riesengross mit Haengematte und gemuetlichen Liegen. Am Abend sassen wir meistens zusammen auf der Terrasse, tranken Bier und diskutierten ueber dies und das. Den Tag verbrachten wir meistens in der Relax Bay. Dieser Name ist Programm. Die kleine Bucht ist wirklich voll entspannt. Es gibt nur ein groesseres Resort und ein paar kleine einfache Strandrestaurants mit ein paar Bungalows. Meistens machten wir es uns beim Sea Culture Restaurant gemuetlich und genossen dort die feinen Curries. Einmal mieteten wir einen Scooter und erkundeten die Insel. Das Ziel war der Marine Nationalpark ganz im Sueden der Insel. Irgendwie schafften wir es, uns auf der Insel total zu verfahren, so das wir schlussendlich ganz im Norden der Insel landeten. Das war jedoch egal. Wir hatten einen tollen Ausflug und die Insel trotzdem etwas kennengelernt. Tobi machte noch einen Schnorchel Ausflug; leider ohne Anita. Sie lag mit Halsschmerzen im Bett. Zum Glueck konnte sie es rasch wieder kurieren. Das Schnorcheln war super. Ich habe viele Tiere gesehen u.A. Wasserschlangen, Moraenen und viele bunte Fische. Am letzten Tag auf Ko Lanta entschieden wir uns, noch einen Nacht im Relax Bay Resort zu uebernachten. Die Anlage ist wirklich schoen gemacht und ist sein Geld wert. Nur gegessen haben wir dort nicht. Da sind wir lieber rueber zum Sea Culture gelaufen und haben fuer die Haelfte vom Geld doppelt so fein gegessen. Am letzten Abend auf Ko Lanta trafen wir Amanda und Fabian aus Bern wieder. Diese haben wir fluechtig am ersten Tag auf Ko Lanta kennengelernt. Lustigerweise haben sie genau die gleichen Plaene wie wir. Naemlich ab nach Railay!

Am naechsten Tag nahmen wir die Faehre nach Railay, genauer gesagt nach Tonsai. Waehrend der Ueberfahrt gaben uns Amanda und Fabian Tipps fuer Vietnam. Wir dachten es waere kein Problem in Tonsai ein billiges Bungalow zu finden. Leider war dem nicht so. Alles war ausgebucht. Am Schluss mussten wir uns mit einem teuren Bungalow fuer 50 Franken begnuegen. Jaja Thailand ist halt auch nicht mehr das billigste Travellerland. Aber Tonsai ist hammer schoen. Es gibt kein Verkehr und viele gemuetliche Bars und Restaurants. Aus dem Meer ragen schroffe Felsen. Es ist ein Paradies fuer Kletterer! Am Strand kann man bei einem Bier zusehen wie die Kletterer ueberhaengend am Fels kleben. Wir beschlossen auch in die Kletterfinken zu springen und gingen am naechsten Tag mit 15 anderen Leuten zu einer etwas einfacheren Wand. Die zwei Thai-Kletterfuehrer kletterten vor. So konnten wir die schoenen Routen Top Robe nachklettern. Die Routen hatten einen Schwierigkeitsgrat von 5a-6c. Ich war ziemlich erstaunt, dass ich die meisten Routen ohne groessere Probleme schaffte. Anita probierte sich auch an der einen oder anderen Route. Am Nachmittag konnten wir uns dann am wunderschoenen Strand entspannen.
Railay ist Top! Super Strand, geile Felsen, entspannte Leute. Leider haben wir nicht die Top Uebernachtungsmoeglichkeit gefunden. Aber waermstens zu empfehlen.

Freitag, 27. Januar 2012

Malaysia - Cameron Highlands & Penang


Nach dem schwuelen Singapur zog es uns in die Cameron Highlands. Dies ist ein Hochland, das auf ca. 1500 Meter liegt. Es hat viele Teeplantagen, umgeben von Urwald. Wir lernten bei einem Tagesausflug Michel und Ale aus Winterthur kennen. Wir fuhren entlang von wunderschoen gruenen Teeplantagen, die sich ueber die Huegel erstrecken. Danach besuchten wir die BOH TEA Factory. Das Besucherrestaurant ist sehr modern und hat eine schoene Panorama Terasse ueber den Teeplantagen. Jedoch die "Fuehrung" durch die Fabrik war sehr mickrig. Danach spazierten wir zum hoechsten Punkt der Cameron Highlands. Dort hat es einen Aussichtsturm. Leider waren wir total in Nebel gehuellt. Dies machte aber der kurze Jungle Treck umso stimmungsvoller. Wir sahen fleischfressende Pflanzen, einen Strauch mit welchem man Tiger Balsam herstellt und noch weitere interessante Pflanzen. Zum Schluss besuchten wir noch eine Erdbeer Farm. Die Cameron Higlands sind auch beruehmt fuer ihre Erdbeeren. Als wir durch die Erdbeerplantage liefen, kamen wir leider mit einem leeren Koerbchen zurueck. Ich fand gerade mal eine einigermassen rote Erdbeere und die verschwand in mienem Mund. Der Rest war gruen oder weiss. Sehr schade, wir hatten uns so auf frische suesse Erdbeeren gefreut.

Am naechsten Tag beschlossen Anita und ich eine Wanderung durch den Dschungel zu unternehmen. Wir wollten von "Tanah Rata", wo wir wohnten, zum "Sam Poh Buddhist Temple" laufen. Wir fotografierten eine Touristen Karte, die in unserem Hotel an der Wand hing. Dort waren die verschiedenen Trails eingezeichnet und nummeriert. Der Einstieg zum Trail No5 war nicht so einfach zu finden. Doch ploetzlich standen wir vor dem richtigen Wegweiser. Der Weg fuehrte zuerst durch private Gaerten und dann hinein in den Dschungel. Der schmale Pfad fuehrte meistens flach durch einen wunderschoenen Urwald. Weit und breit war kein Mensch zu sehen. Irgendwie schon etwas unheimlich; unheimlich schoen. Nach einer guten Stunde kamen wir zu einem Rastplatz mitten im Wald. Dort verzweigte sich der Weg. Ein Weg fuehrte zum "Gunung Beremban" einem 1800 Meter hohen Huegel. Dort wollten wir nicht hin. Der Weg war sowieso mit Baeumen und Aesten so versperrt, dass es kein Durchkommen gab. Der andere Weg fuehrte zum Forest Department. Da wollten wir eigendlich auch nicht hin, war jedoch der einzige begehbare Weg. Nach ca. 200 Meter trafen wir auf eine Gruppe Hollaender. Sie waren ausgeruestet mit Karte und GPS. Sie fragten uns, ob wir wissen, wo wir uns befanden. Ich sagte ihnen, dass wir vermutlich bei dieser Kreuzung seien und zeigte ihnen den Punkt auf der Karte. Sie schauten uns skeptisch an und zeigten irgendwo sonst auf die Karte. Wir waren alle sehr verunsichert. Wir sagten ihnen dass nach ca. 200Meter eine Kreuzung kommt und wir am besten zusammen dort zurueck laufen, um die Lage genau zu studieren.
Zurueck bei der Kreuzung entdeckten wir weiter hinten noch einen weiteren Weg, jedoch ohne Wegweiser. Wir studierten nochmals die unterschiedlichen Karten. Ploetzlich war mir klar, wo wir waren. Dieser Weg ohne Wegweiser muss der richtige sein. Und laut Karte muss dort nach ca. 300-500 Meter die naechsten Verzweigung kommen. Wir liefen zusammen dem Trail nach und nach einer Weile kamen wir tatsaechlich zur richtigen Kreuzung. Der Weg fuer die Hollaender fuehrt zum "Gunung Beremban" und der Weg fuer uns fuehrt zum Tempel. Wir verabschiedeten uns und wuenschten uns gegenseitig viel Glueck. Jetzt befanden wir uns wie geplant auf dem Trail No3. Wir folgten dem Weg durch den dichten Dschungel und waren voller Zuversicht. Nach einer Weile kamen wir wie vorgesehen zum naechsten Verzweiger. Jetzt folgten wir dem Trail No2 zum Tempel. Wir dachten schon, dass wir es bald geschafft haetten, als der Weg steil anstieg. Danach ging es wieder steil hinunter. Der Weg wurde immer wie abenteuerlicher. Kaum sind wir unten angekommen, fuehrt der Weg wieder steil hinauf. Wir mussten uns an den Aesten festhalten, damit wir nicht auf dem rutschigen Waldboden landen. Und wieder steil hinunter. Eine Schneise mitten durch den Urwald mit Baeumen kreuz und quer ueber dem Weg. Wir hielten uns an Lianen fest und fuehlten uns wie Tarzan und Jane. Langsam liessen die Kraefte nach. Der Weg wollte und wollte kein Ende nehmen. Manchmal dachten wir, dass wir uns verlaufen haetten - das kann doch kein Wanderweg sein!?! Noch nie haben wir einen so scheiss Weg gehabt! Irgendwann spuckte uns der Dschungel dann vor dem Tempel aus. Wir hatten gar nicht mehr so Lust auf Tempel, eher auf Bier!

Am naechsten Tag nahmen wir zusammen mit Michele und Ale den Bus nach Penang. Penang liegt im Norden von Malaysia am Meer. Von dort wollten wir unsere Weiterreise nach Thailand organisieren. Wir hatten mehrere Moeglichkeiten. Urspruenglich wollten wir von Penang mit dem Boot zur Insel Langkawi fahren und dort mit dem Boot nach Thailand z.B. nach Ko Lipe uebersetzen. Das Problem war ein wenig das Visum. Thailand hat da etwas komische Regeln. Reist man mit dem Flugzeug nach Thailand, bekommt man bei der Einreise ein 30 Tage Visum. Reist man jedoch ueber Land ein (Bus oder Schiff) bekommt man an der Grenze nur ein 15 Tage Visum. Deshalb ueberlegten wir uns, ob es vielleicht ein billiges Flugzeug gibt, das uns zu den Andaman Inseln (Thailand) fliegt. Letztlich entschieden wird uns, mit einem Minibus von Penang direkt nach Ko Lanta zu reisen und nach 15 Tagen einen "Visa run" zu machen (irgendwo schnell ueber die Grenze und wieder zurueck). In Penang hatten wir ein sehr guenstiges Zimmer, jedoch hatte es kein Fenster und kein eigenes WC und die Waende waren so duenn, dass man in der Nacht immer das Gefuehl hatte, die Nachbaren stuerzen jeden Moment durch die Wand.
Der Stadtteil Georgetown, in dem wir wohnten, war aber sehr schoen. Er gehoert zum UNESCO Weltkulturerbe. Es gibt schoene Tempel, wunderschoene Kolonialgebaeude und ganz viele Shophouses mit interessanten Kaufgegenstaenden. Dort sehen wir beispielsweise Raeucherstaebchen, die zirka einen Meter gross sind. Es gibt auch ueberall spannende Antiquitaetenlaeden und allerhand Reparaturshops fuer alles. So, nun freuen wir uns aber auf Thailand und ein wenig Strandzeit.

Dienstag, 24. Januar 2012

Singapur

Nach Melaka sind wir fuer 3 Tage nach Singapur gereist. Obwohl Singapur nur ein kleiner Stadt-Staat ist, merkt man schon an der Grenze, dass hier der Hase etwas anders laeuft. Alles ist blitzeblank und sauber geregelt. Wir kamen mit dem Bus von Melaka und mussten 2 mal aussteigen fuer die Passkontrolle und Formalitaeten. Waehrend der Busfahrt lernten wir Eileen kennen. Sie kommt aus Genf und reist alleine durch Malaysia und Singapur. Sie arbeitet als freie Journalistin, macht Filme und noch ein paar andere Sachen. Wir fuhren dann zusammen mit einem Taxi zum Raffels Hotel, wo sie noch ein paar Reisetaschen deponiert hat. So kamen wir in den Genuss die Lobbie des Raffels Hotel zu bewundern. Das Hotel wurde 1887 im Konolialstil errichtet. Danach fuhren wir weiter zum Swissotel. Dort hat Eileen ein Zimmer reserviert. Wir verabredeten uns am naechsten Tag in der New Asia Bar. Diese Bar liegt im 70. Stock des Hotels und man hat eine unglaubliche Sicht ueber die Stadt. Wir liefen mit unseren Rucksaecken in das weniger noble River-City-Inn. Wir hatten dort 2 Betten in einem Schlafsaal mit 14 Betten reserviert. Das kostete pro Person 20 Franken. Das Guesthouse befand sich im 4 Stock. Es war absolut sauber, perfekt durchorganisiert und war dazu noch gemuetlich. Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, spazierten wir entlang einer schoenen Promenade. Dort gab es vor allem Chinesische Restaurants, welche allerlei noch lebende Meerestieren in Aquarien anboten. Wir entschlossen uns dann doch fuer eine Pizza und ein Bier. Die Pizza kostete ca. 20 Franken und das Bier war auch nicht gerade billig. Jedoch war das Ambiente war einmalig. Hinter uns die Skyline, vorne ein Kanal und dahinter schone Haeuser im Konolialstil.
Am naechsten Tag besuchten wir den Zoo von Singapur. Es war gar nicht so einfach mit dem ÖV dort hin zu gelangen. Der Zoo ist wunderschoen. Als erstes begruessen einem kleine Affen, die sich frei in den Baeumen bewegen. Auch Orang Utans bewegen sich praktisch frei im Zoo. Die Gehege sind alle wunderschoen und modern angelegt. Man hat meistens das Gefuehl die Tiere koennten doch jeder Zeit ausbrechen. So verging die Zeit wie im Fluge und wir spazierten den ganzen Tag durch die schoene Anlage. Zurueck im Zentrum liefen wir noch ein bischen durch das Quartier Little India. Die Sauberkeit hier war aber dann doch etwas hoeher als im richtigen Indien :-)
Am Abend gingen wir wie abgemacht in die New Asia Bar. Zuerst hatten wir Zweifel, ob sie uns wirklich hinein lassen denn wir fanden keine Abendgarderobe in unseren Rucksaecken. Mit Flip Flops und T-Shirt kamen wir im 70 Stock an, wo Eileen schon auf uns wartete. Wir bekamen den besten Tisch gleich am Fenster, weil Eileen im Hotel ein Zimmer hatte. Die anderen Gaeste werden meistens auf die hinteren Plaetze verwiesen. Anita und Eileen bestellten einen "Singapore Sling". So nennt sich der Kultdrink, der 1915 in der Long Bar des Raffles Hotels vom Barkeeper Ngiam Boon erfunden wurde. Ich nahm ein Bier. Wir quatschten ueber ihre Filme. Sie erzaehlte uns, dass sie gerade eine positive Rueckmeldung von einer Wettbewerbsjury erhalten hat. Ihr neuer Film heisst "He Was a Giant With Brown Eyes". Schaut doch mal auf der gleichnamigen Facebook Seite vorbei. Danach schlenderten wir noch durch Marina Bay. Hier stehen mehrere verblueffende Gebaeude: das ArtScience Museum, das Marina Bay Sands (3 Wolkenkratzer mit Schiff auf Daechern), Esplanade (Theater) usw.
Am naechsten Tag gingen wir in den Botanischen Garten. Wir schlenderten durch den Orchideengarten, viele Palmen, Ginger Gaerten und wundervolle Seen. Anschliessend besuchten wir das ArtScience Museum, welches sich in einem der spektakulaersten Gebaeude in Singapur befindet. Das Museum thematisiert die Schmelzpunkte zwischen Wissenschaft und Kunst. Das stellten wir uns sehr spannend vor, aber wir wurden ziemlich enttaeuscht, weil immer die gleichen Beispiele beschrieben wurden. Dennoch war es interessant, das Innere dieses Gebaeudes zu sehen. Nach dem Museumsbesuch konnten wir noch eine spektakulaere Laserlichtshow am Marina Bay sehen. Die Projektionsflaeche hierfuer waren Fontaenen. Anschliessend liefen wir ins Chinatown. Dort hatten wir das Glueck einem chinesischen Loewentanzwettbewerb beizuwohnen. Die akrobatischen Kuenste dieser Maenner waren unglaublich. Danach liefen wir noch durch den Nachtmarkt und machten uns dann schon langsam auf den Weg zum Guesthouse. Wir holten dort unsere Rucksaecke und nahmen dann den Nachtbus zurueck nach Kuala Lumpur.