Dienstag, 28. Februar 2012

Kambodscha - Phnom Penh


Palast von Phnom Penh
Baby-Diver's erste schritte unter Wasser
Nachdem wir Laura & Simona in Phnom Penh wieder getroffen hatten, fuhren wir ans Meer. Genauer nach Sihanoukville. Es ist nicht gerade der schoenste Ort fuer Strandferien. Zuviele doofe Touris und unorginelle Bars. Simona wollte das PADI (Tauchbrevet) machen. Anita & Laura mussten nur ein kleinen Auffrischungskurs machen. Sie hatten das PADI vor vier Jahren in Thailand gemacht. Ich wollte zuerst einmal tauchen, um zu sehen wie es mir gefaellt. So organisierten wir fuer 2 Tage ein Tauchboot mit Uebernachtung auf dem Deck. Das Boot war voll gemuetlich. Wir vier zusammen mit einem Finnlaender und einem sibirischen Baeren und einem Franzosen, der extrem Terence Hill glich. Ich als Babytaucher schloss mich Simona und Fabrice, dem franzoesischen Tauchlehrer, an. Anita & Laura bildeten ein Paar und tauchten mit Jaakko & Dimitri, dem russischen Tauchlehrer. Die Stimmung war voll gemuetlich und die Tauchgaenge extrem schoen. Anita & Laura durften sogar einen Nachttauchgang machen. Sie sprangen mit grossen Taschenlampen bewaffnet ins dunkle Nass. Es waren zwei super Tage mit vielen Fischen und Meerestieren - im Wasser aber auch auf dem Teller :)
Sunset auf dem Tauchboot

Laura am Chillen
 Nach dem Tauchen in Sihanoukville fuhren wir weiter der Kueste entlang nach Kep. Dieser Kuestenort ist viel gemuetlicher und ruhiger als Sihanoukville. Den Tipp hatten wir von Eileen, die wir in Singapur kennengelernt hatten. In Kep hatten wir ein Bungalow im Jasmine Valley reserviert. Die Anlage ist extrem schoen und liegt ca. 2km vom Strand inmitten einem Urwald. Von dort unternahmen wir eine schoene Wanderung und liessen die Seele baumeln. Wir machten auch einen Ausflug zur Rabbit-Island. Diese kleine Insel ich ein kleines Juwel. Nur 20 Minuten mit einem kleinen Boot braucht man, um auf die Insel zu gelangen. Dort hat es einen schoenen Strand und das Meer ist glasklar. Nachdem wir genug in Kep gefaulenzt und Krabben gegessen hatten, fuhren wir zurueck in die Hauptstadt Phnom Penh. Dort mussten wir uns dann auch schon von Laura & Simona verabschieden. Denn sie mussten schon bald von Bangkok zurueckfliegen.




Anita & ich blieben in Phnom Penh. Wir mussten hier unser Visum fur Vietnam organisieren. In der Hauptstadt besuchten wir auch die schreklichen Schauplaetze, welche die Roten Khmer hinterlassen hatten. Wir besichtigten das beruehmte "Sicherheitsgefaengniss 21" oder Tuol Sleng genannt, in welchem 15'000-30'000 Leute auf graessliche weise gefoltert und umgebracht wurden.

Killing Fields

Vielleicht kurz zur Geschichte von der Roten Khmer: Die maoistisch-nationalistische-Guerillabewegung kam 1975, unter der Fuehrung von Pol Pot, an die Macht. Wobei die Parteispitze sich komischerweise nie wirklich zu erkennen gab. Die Idee von Pol Pot war es ein Bauernstaat zu errichten, in dem es keine Elite oder Intellektuelle gab. Das Ganze ging so weit, dass es genuegte eine Brille zu tragen oder ein Buch zu lesen, um umgebracht zu werden. Pol Pot und seine Anhaenger wurden laenger je paranoider. So wurden immer mehr Leute verdaechtigt, gegen die Bewegung zu sein und eben in solche Gefaengnisse gesteckt wie das "Sicherheitsgefaengniss 21" oder sie wurden direkt auf dem Feld erschossen, um die anderen einzuschuechtern. Die Leute aus der Stadt wurden aufs Land deportiert. Alle mussten in Einheitskleidung auf den Feldern arbeiten. Es gab 12 Stunden Schichten und kaum zu Essen. So wurde Phnom Penh zu einer Geisterstadt. Der Westen schaute dem Ganzen ziemlich teilnahmslos zu. Erst 1978 marchierten vietnamesische Truppen in Kambodscha ein und befreiten diese von der Schreckensherrschaft. Man schaetzt, dass die Rote Khmer zwischen 2-3 Millionen Menschen umgebracht haben.
Das "Sicherheitsgefaengniss 21" ist ein extrem schockierendes Zeitdokument. Wenn man die Raeume dieses ehemaligen Schulhauses betritt, sieht man Blutflecken auf dem Boden und brutalste Fotos, welche gefolterte und misshandelte Menschen zeigt. Danach besuchten wie die Killing Fields. Wer nicht an der Folter starb wurde hinaus aufs Feld gefahren und dort, um Munition zu sparen, erschlagen. In ganz Kambodscha wurden bis heute ueber 300 solcher Massengraeber gefunden. Wenn man durch die Anlage spaziert und aus extrem guten Audio-Guide den Tatsachenberichten lauscht, muss man sich fragen, zu was wir Menschen faehig sind. Wenn man genau hinschaut entdeckt man auf dem Feld noch menschliche Knochen und Kleiderfetzen, die vom Regen freigelegt werden. Die unglaubliche Brutalitaet fand ihren Hoehepunkt an einem Baum. Dort wurden die Saeuglinge erschlagen.
Das Krasseste am Ganzen ist aber, dass es so etwas heute auf der Welt noch gibt, und sehr wahrscheinlich immer wieder geben wird. Wir muessen die Augen und Ohren offen halten und mit dem Finger darauf zeigen, wo Hass und Angst regiert.

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